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Research Franziska Kramer Juli 2016
Ein Stück Land - Formationen städtischer Netze
Unsichtbare Grenzen - Grenzforschungen zwischen inneren und äußeren Linien.
Unsichtbare Grenzen
- Grenzforschungen zwischen 
inneren und äußeren Linien.

Die Grenzen in den Städten und in der Landschaft sind nicht immer sichtbar. Was wir sehen können sind weitestgehend bebaute Grenzen durch Wände  und Mauern. Höfe und Schwellenbereiche, wie Passagen sind seltene Vermittler zwischen dem städtischen Raum und dem innersten des Hauses sind. 

Christopher Alexander zeigte uns mit “pattern language“ auf, welche Bedeutung vielfältige räumliche Situationen der Stadt und des Hauses auf das soziale Gefüge haben. Stadt und Haus treten durch diese “Räume des dazwischen“ in einen Dialog miteinander. Sie sind elementarer Bestandteil unseres städtischen Gefüges. 
Diese räumlichen Grenzen zwischen innen und außen sind feine architektonische Elemente die, so möchte man meinen, immer mehr an Bedeutung verlieren.  

Wie äußert sich die Bebauung von Grenzen in Stadt und Land vor unserer Haustür und wie nehmen wir diese Grenzen wahr? Wie bebauen wir sie und wie bauen wir sie weiter aus? Inwieweit sind und werden diese Grenzen überhaupt sichtbar und an welchen Stellen bleiben sie verborgen?




Ein Stück Land
Formationen städtischer Netze

Die Parzelle (oder das Flurstück) ist die kleinste ordnende Einheit des städtischen Gefüges.
Sie bestimmt als Netz aus Linien, das über Grund und Boden gespannt ist, die formale Grundlage der Architektur. Sie bestimmt die Frage nach der Transformation und Entstehung von Typologien. Große und kleine Parzellen spiegeln das Bild der Stadt wieder und tragen den individuellen Charakter von Stadt und Landschaft.

Die Formen dieser Netze sind auf der einen Seite höchst flexible Elemente. Durch Zusammenlegung oder durch Teilung sind sie das Grundgerüst von Transformationen des städtischen Gefüges. Betrachtet man die Formen im Parzellenplan so finden sich aber nicht selten auch autarke, inselartige Netze die merkwürdige starrte Gebilde zu sein scheinen.

Der bewusste Umgang mit den Formen des Grund und Bodens wäre eine Grundlage für ein “gutes“ Stadtgefüge. Doch ist dieses Element nicht in den letzten Jahrzehnten vermehrt zu einer Art Verwaltungsinstrument geworden ohne Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten wie Topografie und Typologie? Wie können wir in der Zukunft, vor allem in Zeiten von knappen Wohnraum und Ressourcen bewusst mit dem Grund und Boden umgehen? Wie können wir mit dem Baustein der Parzelle unsere räumlichen Prozesse stärker gestalten?