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Wettbewerb ADDITIV, Simon Kettel und Franziska Kramer Europan München 2009
Europan 10
BACKYARD URBANISM - Inventing Urbanity. Europäische Urbanität. Urbane Akupunktur.
Nach einem neuen Stück Stadt mit eigenem Charakter, Anmutung und hoher Aufenthaltsqualität, nach Stadtreparatur oder Neuinterpretation des Ortes, fragt die Aufgabenstellung.
IST.
aber das Projektgebiet - im Kontext mit dem Rampenbauwerk der Stachus-Tiefgarage, den angrenzenden Gebäuden wie dem Stadtsteueramt, Blickbezug zum Sendlinger Tor, Anbindung an das in seiner Kleinteiligkeit beinahe pittoreske Hackenviertel - im Grunde nicht schon ein sehr eigenes Stück Stadt mit einer, wenn auch eigentümlichen, Atmosphäre?
Momentan erscheint das Projektgebiet als Hinterhof der ihn umgebenden städtischen Räume.
Es erzeugt ganz lokal eine eigentümliche  - wie wir es nennen - Hinterhof-Urbanität. 

Hinterhof-Urbanismus: Hinterhöfe als Merkmal von urbanem Leben und dichten Strukturen in der Stadt. Dreckige Orte, die verbaut sein können; Unerwartete Orte, die häufig einen Kontrast zur Straßen- bzw. Vorderseite eines Blocks bilden; Charmante Orte, die oft durch verbaute und verwinkelte Räume geprägt sind.



STÄDTISCHER KONDENSATOR.
Betrachtet man die Entwicklung der städtischen Räume der ehemaligen Stadtbefestigung wird offensichtlich, dass dort nach der Schleifung insbesondere Gebäude verortet wurden, die programmatisch sowohl von der Alt- wie der Neustadt benötigt wurden. Die Schrannenhalle als Warenumschlagplatz, auch die Feuerwache zeugt heute noch von dieser - lebenswichtigen - Lagegunst. Darüber hinaus gab es innerhalb des Rings der alten Stadtbefestigung eine Häufung von Schulgebäuden, deren Nutzer aus beiden "Hälften" der Stadt kamen. 

Unser Vorschlag führt die Logik dieses stadträumlichen Prinzips weiter: In den bisher offenen Hinterhof wird ein Kondensator des Städtischen eingebaut, den sich die Umgebung und ihre Nutzer aneignen können.
























horizontales Deck - vertikale Scheibe.

Konzeptionell betrachten wir den Boden des Projektgebiets als durch die für das unterirdische Stachusbauwerk errichtete Infrastruktur 'kontaminiert'. Reaktion darauf ist die 'Versiegelung' der für das Rampenbauwerk nicht benötigten Flächen. Dort, wo als Reaktion auf die funktionalen Zwänge des Rampenbauwerks die Struktur angehoben sein muss, strahlt dieses Anheben in die gesamte Breite aus. Der darunter entstehende Raum bleibt somit weiterhin öffentlich und fungiert wie in einer archäologischen Zone als eine Art Abstandshalter, als eine Überdachung des städtischen Hinterhofs.